Ein Tag im Leben eines Fahrradkuriers

Der Tag einer Fahrradkurier‧in ist genau so wie man ihn sich vorstellt – Adrenalin, Tempo, Action. Immer mit dem Ziel, die brandheiße Ware so schnell wie möglich an’s Ziel zu bringen. Ist es denn tatsächlich so? Nein, nicht wirklich. Natürlich fallen Fahrradkurier‧innen im Stadtbild auf. Aber ganz sicher nicht durch ihr rücksichtsloses Fahrverhalten. Ausgestattet mit großer Umhängetasche oder Rucksack, mit sportlichem Trikot oder auch mal auf einem Lastenrad wollen Fahrradkurier‧innen schnell, sicher und zuverlässig ihre Sendung an den Bestimmungsort bringen und bahnen sich den günstigsten Weg durch die überfüllte Stadt. Manchmal ist dann eine automobiloptimierte Verkehrsregel eher hinderlich, also sehen Sie es uns bitte nach. Beim nächsten Mal könnte es Ihre Eilsendung sein.

Aber wie genau sieht denn nun ein Tag im Leben eines Fahrradkuriers aus?

7 Uhr. Der Wecker klingelt. Ich drehe mich noch mal um. Langsam aber sicher wird es hell. Es ist ein klassischer Montag im Herbst. Mein Blick wankt sofort nach draußen aus dem Fenster. Regen, 6 Grad, Wind und eine Sechs-Stunden-Schicht warten auf mich. Warum ich jetzt aufstehe? Kann ich mir gerade selbst noch nicht beantworten. Ich setze Kaffee auf und mixe mir ein schnelles Müsli zusammen während ich mir Regenhose, Jacke und Gamaschen überwerfe. Danach überprüfe ich noch kurz mein Rad und dann geht es auch schon direkt auf die mit Laub bedeckte Straße. Jetzt weiß ich wieder warum ich aufgestanden bin.
Mein erster Auftrag geht zu einem Stammkunden in eine radiologische Praxis ans andere Ende der Stadt. Während ich auf der Waldschlösschenbrücke die Elbe quere, fühle ich, wie mir der kalte Nieselregen wie 1000 kleine Nadeln ins Gesicht sticht, das Blut durch meine Venen schießt und sich der Rotz meiner erkälteten Nase langsam löst. Jetzt bin ich wach. In der radiologischen Praxis angekommen, übernehme ich mit rotem Kopf die für mich vorgesehene Sendung. Während ich mich wieder in den Fahrstuhl bewege, rufe ich in der Zentrale an und erkundige mich, ob es noch weitere Aufträge für mich in der Nähe gibt. Flink wird der Belegblock gezückt und Empfänger- sowie Absenderadresse des neuen Auftrags notiert. Bevor sich der Körper an die Wärme des Innenraumes gewöhnt hat, geht es schnell wieder auf’s Rad.
Meine Route führt mich wieder auf die andere Seite der Elbe zum Amtsgericht, wo ich verschiedene Postfächer für diverse Anwaltskanzleien leeren und anschließend ausliefern soll. Auf dem Weg zu einer der Kanzleien lichtet sich langsam der Himmel. Die Sonne kämpft sich durch und scheint mir warm auf’s Gesicht. Aber nur für einen kurzen Moment. Ich mache einen kurzen Stopp in der Kurierzentrale. Fülle meine Wasserflasche auf und halte einen kurzen Plausch mit der Disposition über Neuigkeiten und die nächsten Stopps meiner bevorstehenden Route. Idealerweise kombinieren wir mehrere Aufträge zu einer Runde. Die Disposition hat immer im Blick, wo sich die verschiedenen Kurier‧innen gerade befinden, um ihnen auch spontan Aufträge vergeben zu können. Währenddessen rollert einer meiner Kurierkollegen mit dem Lastenrad ein. Er hatte eine größere Lieferung zu transportieren, die nicht in den herkömmlichen Kurierrucksack passt. Ich möchte keine Zeit verlieren, werfe ihm nur ein kurzes aber wirkungsvolles „Hau rein!“ entgegen und schwinge mich wieder auf’s Rad. So verfliegt der Vormittag. Bis zum Mittag habe ich bereits 40 km hinter mich gebracht und die unterschiedlichsten Sendungen, wie Blutproben, Dokumente, Blaupausen und eine Brille gefahren. Die Sonne hat den Kampf gegen die Wolken verloren.
Es regnet erneut, aber dafür ist die Kälte des Morgens verflogen. Über die Mittagszeit wird es ein wenig ruhiger, so dass ich mir eine Brezel und eine Caprisonne genehmige. Aber dann klingelt auch schon wieder das Telefon. Ich werde weiter in Richtung Flughafen geschickt. Den Berg hoch. Und die Wolke über mir entleert sich noch mal ordentlich. Und wieder frage ich mich: Warum das alles? Weil es trotz allem der schönste Beruf ist. Es gibt keinen Chef, keinen Vorgesetzten, keine Stempelkarten zu Arbeitsbeginn, kein stickiges Büro. Die anderen Kurierfahrer‧innen und ich sind ein Kollektiv. Wir arbeiten zusammen und miteinander als Team. Kurierfahren hält fit wie fast kein anderer Beruf. Ich bin flexibel und frei und nach jeder Schicht fühle ich mich klasse. Es ist 14 Uhr. Meine Schicht ist vorbei. Ich rolle vom Flughafen langsam in die Kurierzentrale um runterzukommen und andere Fahrer‧innen zu treffen. Für den morgigen Tag bin ich als Dispostion in den Dienstplan eingetragen und koordiniere meine Kurierkolleginnen.
Für heute ist aber erstmal Schluss. Ich setze Kaffee auf und mixe mir ein schnelles Müsli zusammen während ich mir Regenhose, Jacke und Gamaschen vom Körper streife.



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